Kurzfassung
In den letzten Monaten setzen immer mehr große Spiele und deren Anti-Cheat-Systeme voraus, dass auf Windows-PCs Secure Boot und ein aktiviertes TPM 2.0 vorhanden sind. Das sorgt dafür, dass Besitzer älterer Rechner — die technisch noch gut laufen — zum Teil plötzlich ihre bereits gekauften Spiele nicht (mehr) starten können. Diese Maßnahme ist vor allem als Schritt gegen Cheating gedacht, hat aber eine deutliche Nebenwirkung: viele Spieler stehen vor einem Upgrade-Dilemma.
Wichtige Meldungen: Activision/Call of Duty und EA/Battlefield haben Secure Boot + TPM-Anforderungen kommuniziert, und die Änderungen sind bereits bei Spielern angekommen.
Was ist TPM 2.0 und warum ist es plötzlich relevant?
TPM (Trusted Platform Module) ist ein kleiner Sicherheitschip — oder eine Firmware-Implementierung (fTPM) — der kryptographische Schlüssel und Systemintegritätsinformationen sicher verwahrt. In Kombination mit Secure Boot ermöglicht er, beim Systemstart zu prüfen, ob die Startkette unverändert ist. Hersteller von Anti-Cheat-Software nutzen diese Hardware-Merkmale, um Manipulationen deutlich schwerer zu machen.
Welche Spiele / Publisher verlangen das inzwischen?
Große Multiplayer-Titel und Blockbuster mit Kernel-level Anti-Cheat fordern mittlerweile Secure Boot + TPM 2.0. Beispiele in Ankündigungen oder Community-Lists sind unter anderem: Call of Duty (neuere Teile / Warzone-Integration), Battlefield-Titel und ausgewählte kompetitive Spiele. Steam und Publisher-Hinweise bestätigen, dass einige Spiele ohne diese Voraussetzungen nicht starten.
Wie reagieren Spieler?
Viele Spieler sind verärgert: nicht, weil Sicherheitsfeatures an sich schlecht wären, sondern weil ältere, noch leistungsfähige Systeme für Spiele plötzlich „in-kompatibel“ erklärt werden. In Diskussionsforen und Subreddits liest man den Vorwurf, dass Spielehersteller und Microsoft Anforderungen durchsetzen, die Hardware-Upgrades erzwingen — selbst wenn die CPU/GPU für das Spiel ausreichend wäre. Andere Spieler verstehen und unterstützen die Maßnahmen, weil sie den Cheater-Anteil reduzieren.
Argumente der Publisher / Entwickler
Publisher argumentieren, dass cheaterfreundliche Umgebungen das Spielerlebnis ruinieren — insbesondere in kompetitiven und Free-to-play-Titeln. Sie sehen TPM/Secure Boot als robuste, hardwaregestützte Grundlage, um Manipulationen zu erschweren und Fairness wiederherzustellen. Activision schrieb dazu explizit, dass TPM + Secure Boot die Plattformintegrität für Anti-Cheat stärken.
Kritik und Risiken
- Viele ältere Systeme besitzen kein TPM-Modul oder nutzen Legacy-Boot; nachrüsten ist nicht immer möglich.
- Verwirrung: Nutzer wissen oft nicht, wie man Secure Boot/TPM aktiviert (UEFI, fTPM, BIOS/UEFI-Updates nötig).
- Workarounds und Bypässe werden von Herstellern/OS-Maintainer geschlossen — das macht temporäre Lösungen unsicher.
- Manche sehen einen wirtschaftlichen Druck: Spieler könnten zum Kauf einer neuen Plattform gezwungen werden.
Was können betroffene Spieler tun?
- Prüfen: Unterstützt dein Mainboard TPM (discrete module) oder fTPM im BIOS/UEFI?
- BIOS/UEFI öffnen: fTPM (bei AMD) oder PTT/Intel fTPM aktivieren und Secure Boot setzen (UEFI + GPT erforderlich).
- Treiber/Bios aktualisieren: Manche älteren Boards bekommen TPM-Support per Firmwareupdate; bei manchen reicht ein BIOS-Update.
- Externe TPM-Module: Für einige Desktop-Mainboards gibt es nachrüstbare TPM-Module — nicht für alle Systeme geeignet.
- Cloud/Alternative Plattform: Manche Spieler weichen auf Konsolen oder Cloud-Gaming aus.
- Support/Publisher kontaktieren: Manche Publisher bieten Tools/Guides oder Hilfen an, und es lohnt sich, die Support-Seiten zu prüfen. :contentReference[oaicite:6]{index=6}
Persönliche Einschätzung / Fazit
Die Technik hinter TPM 2.0 und Secure Boot ist sinnvoll, wenn es gilt, Manipulationen und Kernel-Level-Cheats zu verhindern. Die Art und Weise, wie diese Anforderungen jetzt in der Spielebranche eingeführt werden, ist allerdings sozial und ökonomisch konfliktbeladen: technisch ein sinnvoller Schritt, praktisch ein Schmerzpunkt für viele, die noch leistungsfähige, ältere Hardware besitzen. Ein guter Kompromiss wäre mehr Transparenz, bessere Hilfen für Nachrüstungen und Übergangsfristen — sowie klare, faire Kommunikation seitens Publishern und Microsoft.
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