Until Dawn (2025): Horror mit Zeitschleife – großes Potenzial, enttäuschende Umsetzung

Zusammenfassung

„Until Dawn“ (2025) erzählt die Geschichte von Clover, die ein Jahr nach dem Verschwinden ihrer Schwester Melanie mit einer Gruppe von Freunden an den Ort zurückkehrt, an dem Melanie zuletzt gesehen wurde. Das abgelegene Waldgebiet und das verlassene Besucherzentrum bieten den perfekten Schauplatz für einen Horrorfilm – und schon bald sollen sich die schlimmsten Befürchtungen bestätigen. Ein unbekannter Killer taucht auf und beginnt, die Gruppe unerbittlich zu jagen.

Doch der eigentliche Twist offenbart sich erst nach dem ersten Blutbad: Die Freunde wachen wieder am Anfang derselben Nacht auf, völlig unversehrt – jedoch mit dem Wissen um ihr vorheriges Sterben. Sie sind in einer Zeitschleife gefangen, die jedes Mal neue Varianten des Horrors hervorbringt. Mal ändert sich die Reihenfolge der Angriffe, mal der Täter, mal die Umgebung. Jede Wiederholung soll Clover und ihrer Gruppe angeblich näher an die Wahrheit bringen. Doch mit jedem Loop werden nicht nur die Angriffe brutaler, sondern auch die psychologischen Belastungen größer.

Die Frage lautet bald: Gibt es überhaupt einen Ausweg oder ist der Loop selbst eine Strafe – oder eine Prüfung? Auf dieser Grundlage entwickelt der Film sein Spiel aus Wiederholung, Wahnsinn und Geheimnissen. Doch ob die Antworten, die der Film liefert, wirklich zufriedenstellend sind, steht auf einem anderen Blatt.

Kritiken & allgemeines Echo

Die Reaktionen auf „Until Dawn“ fallen sehr gemischt aus. Während einige die Grundidee und den Mut, ein Horror-Konzept mit Videospiel-Mechaniken zu verbinden, loben, kritisieren andere die Umsetzung deutlich.

  • Spannende Grundidee, schwaches Drehbuch: Fast alle professionellen Kritiker sind sich einig, dass die Zeitschleifen-Thematik eigentlich enormes Potenzial hätte, der Film dieses aber nur oberflächlich nutzt.
  • Atmosphärische Kulissen & starke Ansätze: Der Schauplatz, die Wälder, das Besucherzentrum und der Look des Killers werden vielfach positiv erwähnt. Die Atmosphäre stimmt – aber sie trägt den Film nicht vollständig.
  • Repetitiver und vorhersehbarer Ablauf: Die Loops wirken zu ähnlich. Es gibt kaum echte Konsequenzen aus den Entscheidungen der Charaktere. Viele Kritiker sprechen von „verschwendetem Potenzial“.
  • Charaktere ohne Tiefe: Die Figuren wirken austauschbar und bleiben Klischees. Die emotionale Bindung fehlt, wodurch weder Opfer noch Wendungen wirklich berühren.
  • Horror ohne Innovation: Der Film setzt stark auf Jumpscares und Blut – weniger auf psychologische Spannung. Dadurch wirkt vieles zu konventionell.
  • Videospiel-Fans enttäuscht: Fans des Spiels kritisieren vor allem, dass der Film kaum echte Elemente des Originals übernimmt. Der Name erweckt Erwartungen, die der Film kaum erfüllt.

Stärken des Films

Trotz der Kritikpunkte besitzt „Until Dawn“ aber auch klare Qualitäten, die den Film für bestimmte Zuschauer attraktiv machen können:

  • Gelungene Atmosphäre, besonders in den Außen- und Nachtaufnahmen.
  • Einige kreative Kills, die Genre-Fans ansprechen.
  • Ein grundsätzlich spannendes Mystery-Konzept, das den Zuschauer zumindest anfangs fesselt.
  • Ein gutes Tempo – der Film wird selten langweilig, auch wenn die Handlung schwankt.

Schwächen des Films

  • Verpasste Chance bei der Zeitschleifen-Thematik – zu wenig Variation.
  • Eindimensionale Figuren ohne spürbare Entwicklung.
  • Zwischenmenschliche Konflikte wirken künstlich und „auf Knopfdruck“.
  • Der Horror verlässt sich zu stark auf Jumpscares statt subtilen Grusel.
  • Das Finale beantwortet viele Fragen nicht überzeugend und wirkt übereilt.

Fazit

„Until Dawn“ (2025) ist ein Film, der vieles richtig ansetzt, aber wenig konsequent zu Ende führt. Die Grundidee begeistert, besonders für Fans des Horrors, der mit nichtlinearen Erzählstrukturen spielt. Doch das Drehbuch, die Dialoge und die Charakterausarbeitung sind nicht stark genug, um das Potenzial voll auszuschöpfen. Dadurch entsteht ein Film, der atmosphärisch und optisch überzeugen kann, aber kaum nachhaltigen Eindruck hinterlässt.

Meine persönliche Bewertung

4 von 10 Punkten

Für mich persönlich war „Until Dawn“ eine spürbar verpasste Chance. Der Einstieg wirkt spannend, die Atmosphäre ist stimmig und zunächst war ich wirklich neugierig, was hinter der Zeitschleife steckt. Doch im Laufe des Films zeigt sich deutlich, dass die Handlung nur im Kreis läuft – im wahrsten Sinne des Wortes. Die Wiederholungen bieten zu wenig neue Erkenntnisse, zu wenig Variation und kaum echten Mehrwert.

Besonders enttäuschend fand ich, dass die Charaktere so oberflächlich bleiben. Niemand entwickelt Tiefe, niemand überrascht wirklich. Dadurch fehlt jede emotionale Verbindung, was in einem Horrorfilm fatal ist – schließlich verliert der Tod seine Bedeutung, wenn man nicht mit den Figuren mitfiebert.

Trotz einiger optisch guter Szenen und solider Kameraarbeit bleibt der Film für mich unterdurchschnittlich. Er ist nicht furchtbar, aber auch weit davon entfernt, herauszustechen. 4 von 10 Punkten erscheinen mir als faire Bewertung: ein Film mit guter Idee, mittelmäßiger Umsetzung und wenig Nachhall.

elmo

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